Triff wichtige Entscheidungen auf Deinem Weg zur Selbständigkeit basierend auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung!

MutMacher Oliver | Werde, wer Du bist! | WendeMut

MutMacher Oliver

Als erfahrener Unternehmer und mit meinem fachlichen Knowhow als Bilanzbuchhalter unterstütze ich Dich bei der Umsetzung Deiner individuellen Ziele. Praxisnah und mit viel Humor lernst Du die Hürden der Bürokratie zu meistern und wichtige (steuer-) rechtliche Grundlagen für (zukünftige) digitale Nomaden zu berücksichtigen.

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Artikelreihe Teil 1/2

Was erwartet Dich?

Für Deine Selbständigkeit legst Du bereits vor Beginn die Grundsteine für Deine berufliche Zukunft. Dieser Artikel unterstützt Dich wichtige Entscheidungen zu treffen. Der rote Faden ist dabei der „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“. Das deutsche Finanzamt hält dabei den ein oder anderen Stolperstein für Dich bereit. In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige über die relevanten Punkte des Formulars. Du erhältst Informationen über steuerliche Begriffe und erfährst mehr über die möglichen Auswirkungen Deiner Entscheidungen. Dieser Artikel wird Dir helfen, Deinem Ziel einen Schritt näher zu kommen, ohne dabei ins Stolpern zu geraten. Im WendeModul „Dein Weg in die Selbständigkeit“ begleitet Dich WendeMut Schritt für Schritt.

Grundlagen zum Fragebogen

Sobald Deine Entscheidung für eine Selbständigkeit gefallen ist, gilt es sich mit dem Fragebogen näher auseinanderzusetzen. Denn in diesem werden wichtige Entscheidungen getroffen, die für Deine zukünftige steuerliche Behandlung innerhalb Deutschlands wichtig sind. Du kannst also bereits an dieser Stelle, einen weiteren Grundstein für Deinen beruflichen Erfolg legen. Den Weg in die Selbständigkeit kannst Du sowohl mit einem Gewerbebetrieb als auch einer freiberuflichen Tätigkeit antreten. Die genaue Unterscheidung wird Dir im weiteren Verlauf noch näher erläutert.

Wann muss ich den Fragebogen ausfüllen?

In der Praxis dürften insbesondere die beiden folgenden Fälle für Dich relevant sein.

  1. Wenn Du die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit beabsichtigst, wird Dich Dein Weg zunächst zum Gewerbeamt führen. Nach erfolgter Gewerbeanmeldung wird das Gewerbeamt die zuständige Finanzbehörde hierrüber informieren. Von dort wiederum erhältst du dann die Aufforderung zur Abgabe des Fragebogens.
  2. Strebst Du eine selbständige (freiberufliche) Tätigkeit an, solltest Du vorher aktiv auf Dein zuständiges Finanzamt zugehen. Spätestens vier Wochen nach Aufnahme Deiner Tätigkeit bist Du verpflichtet dies zu tun. Für Deine selbständige (freiberufliche) Tätigkeit benötigst du eine (neue) Steuernummer.

In beiden Fällen wird das Finanzamt Dich auffordern, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung einzureichen. Dazu wird Dir normalerweise eine Frist von einem Monat eingeräumt, die auch eingehalten werden sollte. Die Abgabe hat dabei elektronisch über ELSTER* zu erfolgen. Hierfür wiederum wird ein elektronisches Zertifikat benötigt, das ebenfalls über Elster beantragt werden kann. Die dafür benötigte PIN kommt klassisch mit der Post.

* Elster steht für die Elektronische SteuerErklärung. ELSTER ist Dein Online-Finanzamt, mit dem die papierlose Abgabe der Steuerdaten über eine interaktive Webanwendung möglich ist.

Freiberufler oder Gewerbetreibender?

In beiden Fällen ist die Abgabe des gleichen Formulars erforderlich. Beides führt steuerlich zu einer sogenannten Gewinn-Einkunftsart*. An dieser Stelle davon auszugehen, dass der Unterschied zwischen einer gewerblichen und einer freiberuflichen Tätigkeit, nur auf dem Papier besteht, kann sich zu einem kolossalen Fehler entwickeln.

* Bei den Gewinn-Einkunftsarten wird der Gewinn mittels Betriebsvermögensvergleich oder Einahmenübeschuss-Rechnung ermittelt.

Worin besteht der Unterschied?

Anhand der nachstehenden Aufzählung wird schnell deutlich, warum die Unterscheidung zwischen einer gewerblichen und einer freiberuflichen Tätigkeit für Dich sehr wichtig ist.

Gewerbetreibende

Gewerbetreibende sind:

  • verpflichtet das Gewerbe anzumelden

  • in der Regel Gewerbesteuerpflichtig

  • meist ein IHK-(Zwangs)Mitglied

  • oft erweitert Buchführungspflichtig

  • Einkommensteuerpflichtig

Freiberufler

Freiberufler sind:

  • Einkommenssteuerpflichtig

Insbesondere die Gewerbesteuerpflicht führt in vielen Fällen zu einer höheren Steuerbelastung*. Es lohnt sich also einen näheren Blick auf die Unterscheidung zwischen den Einkunftsarten „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ und „Einkünfte aus selbständiger Arbeit“ zu werfen.

* Auch die, durch das Zweite-Corona-Steuerhilfegesetz erhöhte Anrechenbarkeit des Gewerbesteuermessbetrages kann die Mehrbelastung, insbesondere bei höheren Gewerbesteuerhebesätzen, nicht ausgleichen.

MutMacher Oliver’s Tipp

Die endgültige Entscheidung über die Zuordnung Deiner Selbständigkeit zu einer Einkunftsart nimmt das Finanzamt nachträglich vor. Durch Deine Angaben im Formular legst du bereits den Grundstein für die Einstufung seitens der Finanzverwaltung. In Zweifelsfällen kannst Du bereits im Vorfeld eine bindende und kostenpflichtige Auskunft* einholen. Details zur Verbindlichen Auskunft regelt § 89 der Abgabenordnung.

* Details zur Verbindlichen Auskunft regelt § 89 der Abgabenordnung.

Merkmale eines Gewerbebetriebs

Ein Gewerbebetrieb ist steuerlich durch die folgenden Merkmale geprägt.

  • Selbständigkeit

Du handelst auf eigene Rechnung und eigene Gefahr. Durch dieses Merkmal lassen sich allgemein die Selbständigen von den Unselbständigen (z. B. Arbeitnehmer) unterscheiden.

  • Nachhaltigkeit

Tätigkeit mit Wiederholungsabsicht. Auf die tatsächliche Wiederholung kommt es jedoch nicht an.

  • Gewinnerzielungsabsicht

Hiermit ist nicht der tatsächliche Gewinn gemeint, sondern „das Streben nach Gewinn“.

  • Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr

Die Leistung muss der Allgemeinheit gegen Entgelt angeboten werden.

Zusätzlich darf es keine freie Berufstätigkeit und keine andere selbständige Arbeit sein.

Abgrenzung zur selbständigen Tätigkeit

Die Merkmale der selbständigen (freiberuflichen) Tätigkeit sind grundsätzlich identisch mit denen der gewerblichen Tätigkeit. Hinzu kommt jedoch der persönliche Arbeitseinsatz des Steuerpflichtigen, der überwiegend geprägt ist durch seine Persönlichkeit.

Ein Blick in das Partnerschafftsgesellschaftsgesetz (PartGG) kann helfen dies näher zu begreifen. So findet sich in § 1 Absatz 2 PartGG folgende Ausführung:

„Die Freien Berufe haben im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche, und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt.“

Vereinfacht könnte man dies wie folgt zusammenfassen: „Die freiberufliche Tätigkeit erfordert eine besondere persönliche Qualifikation“

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit

Eine weitere Hilfestellung bei der Unterscheidung zwischen den beiden Einkunftsarten kann Dir das Einkommensteuergesetz liefern. In Paragraf 18 wird hierzu ausgeführt, welche Tätigkeiten einer freiberuflichen Tätigkeit entsprechen. Dies sind insbesondere selbständig ausgeübte

  • wissenschaftliche

  • künstlerische

  • schriftstellerische

  • unterrichtende oder

  • erzieherische Tätigkeiten

Zusätzlich werden zahlreiche Berufsstände aufgezählt, die bei einer selbständigen Berufstätigkeit, Einkünfte aus selbständiger Arbeit erzielen. Hierzu gehören:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Dentisten,

  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte,

  • Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten,

  • Handelschemiker,

  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten,

  • Heilpraktiker, Krankengymnasten,

  • Journalisten, Bildberichterstatter,

  • Dolmetscher, Übersetzer,

  • Lotsen und ähnlicher Berufe.

Wer nicht einem der aufgezählten Berufsstände angehört, kann sich über die Formulierung „ähnliche Berufe“ für eine freiberufliche Tätigkeit im steuerlichen Sinne qualifizieren. Dies ist möglich, sofern Du über einen vergleichbaren Hintergrund und vergleichbare Qualifikationen zu einem der sogenannten Katalogberufe verfügst. Weitere Ausführungen und zahlreiche Beispiele werden wir für Dich in einem weiteren Artikel veröffentlichen.

MutMacher Oliver’s Tipp

Berücksichtige die obigen Ausführungen auch beim Ausfüllen des Formulars. Insbesondere im Feld 1.4 „Art der Tätigkeit (genaue Bezeichnung des Gewerbezweiges)“

Muss ich Vorauszahlungen leisten?

Im weiteren Verlauf des Formulars wirst Du unter Punkt 3 nach der Höhe Deiner voraussichtlichen Einkünfte für das Gründungsjahr und für das Folgejahr gefragt. Aus diesen Einkünften errechnet das Finanzamt die Höhe der Vorauszahlung. Diese ist normalerwiese vierteljährlich an das Finanzamt zu überweisen.

Die Angaben sind dabei getrennt nach den sieben Einkunftsarten vorzunehmen. Hierbei ist erneut die Unterscheidung von Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit zu berücksichtigen.

Die Höhe der erwarteten Einkünfte solltest Du nicht zu optimistisch schätzen. Sie sind die Grundlage der festzusetzenden Vorauszahlung. Eine zu hohe Schätzung führt daher in der Zukunft zu einem Liquiditätsabfluss, der im ungünstigsten Fall zu einem Liquiditätsengpass führen kann.

Im Falle einer bewusst zu niedrig angesetzten Schätzung, ist mit erheblichen Nachzahlungen zu rechnen. Neben der eigentlichen Nachzahlung kann es zusätzlich zu einer Nachzahlung auf die laufenden Vorauszahlungen kommen. Stell Dir vor Du leistest eine monatliche Vorauszahlung von 1.000 € und erhältst im September des folgenden Jahres Deinen Steuerbescheid. Dann kommt es nicht nur zu einer Nachzahlung für das Vorjahr, sondern auch zu einer Nachzahlung auf die Vorauszahlungen von Januar bis September. So dass Du im Ergebnis auch auf eine bewusst niedrige Schätzung verzichten solltest.

MutMacher Oliver’s Tipp

Schätze konservativ realistisch und achte auf den Unterschied zwischen Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit.

Weiter zu Artikelreihe Teil 2/2 ab 26.08.2021

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